Springe direkt zu:
zur Startseite des INFOPOOLS



Es befinden sich 653 Dokumente
in 11 Kategorien und 3 Sprachen
im Infopool.


Unternavigation:
Wählen Sie ein Schlagwort anhand seines Anfangfangsbuchstaben aus.


INFOPOOL Picture
Inhaltsbereich:
Infopool » nach Schlagworten » Arbeitszeit » Arbeitsort Krankenhaus: familienfreundlich und geschlechtergerecht

Arbeitsort Krankenhaus: familienfreundlich und geschlechtergerecht

Sachsen_Arbeitsort_Krankenhaus_2009.pdf

Vorschau

Dokument: anzeigen
Dokumentenviewer: Acrobat Reader

Bewertung:
SternchenSternchenSternchenSternchenSternchen (1850)

Sie haben bereits eine Bewertung von 2 abgegeben.

Datum: 27.07.2009
Format: pdf
Größe: 3.3 MB
Autor: D. Hayn, B. Wagner, I. Schulz, I. Jahn

Sprache: DE
©:

18 Kommentare Kommentare zu diesem Dokument

Beschreibung

Diese Handreichung ist im Rahmen des Modellprojekts "Exemplarische Einführung von Gender Mainstreaming in zwei sächsischen Krankenhäusern" entstanden. Ziel war es, geschlechtergerechte und familienfreundliche Rahmenbedingungen, Strukturen und Abläufe am Arbeitsort Krankenhaus zu befördern. Hierfür wurden Prozesse angestoßen, die zu einer Verbesserung der Vereinbarkeit von Erwerbstätigkeit und Privatleben sowie zur stärkeren Berücksichtigung der unterschiedlichen Lebenssituationen und Interessen der beschäftigten Frauen und Männer beitragen. Von diesen Veränderungen sollten in erster Linie Ärztinnen und Ärzte sowie das Pflegepersonal und die weiteren Personalgruppen profitieren. Gleichzeitig zu beachten waren die betriebswirtschaftlichen Interessen der Krankenhäuser, ebenso die Gewährleistung ihres Versorgungsauftrags. Zwei Modellkrankenhäuser, das St. Elisabeth-Krankenhaus Leipzig und die Oberlausitz Kliniken an den Standorten Bautzen und Bischofswerda, haben von November 2007 bis November 2008 Gender Mainstreaming-Einführungsprozesse erfolgreich umgesetzt. Innerhalb eines Jahres haben in diesen Krankenhäusern umfangreiche Veränderungsprozesse stattgefunden, deren Erkenntnisse mit der Handreichung vorliegen.

Auszug des Inhalts (unformatiert)

[...] Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin. Seit Ende der 1990er Jahre wird Gender Mainstreaming (Anhang S. 34) in der bundesdeutschen Politik und Verwaltung umgesetzt; inzwischen ?ndet die Strategie auch in Unternehmen und anderen Organisationen Anwendung. Gender Mainstreaming bedeutet, bei allen Vorhaben die unterschiedlichen Lebenssituationen und Interessen von Frauen und Männern von vornherein und regelmäßig zu berücksichtigen (Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend). Gender (soziales Geschlecht) bezeichnet die gesellschaftlich, sozial und kulturell geprägten Geschlechterrollen, im Unterschied zu sex (biologisches Geschlecht: physiologische und anatomische Charakteristika). Damit wird betont, dass Gesellschaft und Kultur Rollen, Fähigkeiten und Lebensweisen von Männern und Frauen beein?ussen und umgekehrt (positive) Veränderungen Während die Umsetzung für Bundes- und teilweise auch Landesministerien verbindlich ist, sind entsprechende Aktivitäten in Unternehmen freiwillig. Doch auch dafür liegen Erfahrungen vor: Gender Mainstreaming wird in Unternehmen eingeführt, um die Anwendung des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) zu unterstützen oder um zum ?Leuchtturm? in verantwortlicher Unternehmenspraxis (Corporate Social Responsibility) zu werden. Häu?g steht das Motiv, eine strukturierte Personalentwicklung zu beschleunigen, im Vordergrund. Konzepte für die Praxis wurden in den letzten Jahren für verschiedene Bereiche entwickelt. So liegen Handlungsanleitungen und Instrumente für Bundesministerien vor. Auch Bundesländer ? wie der Freistaat Sachsen ? haben Konzepte für die Einführung von Gender Mainstreaming ausgearbeitet. Und auch für Unternehmen ?nden sich praktische Hilfen, die jedoch selten branchenspezi?sch ausbuchstabier t sind. Für alle Institutionen, Organisationen und Unternehmen gleichermaßen bestimmen drei Merkmale des Gender Mainstreaming grundlegende Anforderungen an die praktische Umsetzung. Bei Gender Mainstreaming handelt es sich um ? eine Querschnittsaufgabe: in der Praxis bedeutet dies, dass Gleichstellung in alle Bereiche und Organisationseinheiten, auf allen Ebenen und in allen Arbeitsphasen eingebracht wird; ? einen integrativen Ansatz: das heißt, dass auf 9 Gleichstellung ausgerichtete Maßnahmen mit Regelaufgaben wie Ablauforganisation und Qualitätsmanagement und laufenden Projekten verknüpft werden ? Gender Mainstreaming ist in die Organisationsentwicklung zu integrieren und ? eine Strategie, die auf langfristige Veränderungen zielt: dies beinhaltet, ausgehend von der strategischen Entscheidung auf Führungsebene (top down) Veränderungsprozesse in Gang zu setzen, die auf Arbeitsebene (bottom up) aufgenommen und gestaltet werden. Als Veränderungsprozess braucht Gender Mainstreaming eine aktive und systematische Gestaltung. Diese strategisch-prozessuale Seite lässt sich als Vorgehensmodell mit aufeinander aufbauenden Phasen beschreiben und ist wichtig für die nachhaltige Verankerung. Inhaltlich zielt Gender Mainstreaming auf die Verwirklichung von Geschlechtergerechtigkeit in doppelter Perspektive: Gleichstellung und Gleichwertigkeit. Mit der Einführung von Gender Mainstreaming soll ein auf Gleichstellung von Frauen und Männern ausgerichtetes Denken und Handeln erreicht werden. Unterschiedlichkeit anzuerkennen und Vielfalt produktiv zu nutzen, bezieht sich jedoch nicht nur auf Männer und Frauen, sondern insgesamt auf unterschiedliche gesellschaftliche Gruppen im Sinne von Gender and Diversity. Gender Mainstreaming kann als strategischer Teilansatz von Managing Diversity aufgefasst werden. Neben der Differenzierung zwischen Frauen und Männern sind vor allem das Alter von Bedeutung sowie der ethnische Hintergrund und kulturelle Unterschiede, die religiöse und sexuelle Orientierung, körperliche Behinderung und Einschränkung sowie die aus der materiellen Situation resultierenden Unterschiede durch (beru?iche) Bildung, Einkommen, Haushalts- und Familienkonstellation. Die Frage nach einer geschlechter-, familien- und altersgerechten Gestaltung von Organisationsstrukturen, Arbeitsbedingungen und -abläufen stellt sich für Krankenhäuser in besonderer Weise. Krankenhäuser sind von Auswirkungen der demographischen Entwicklung wie Fachkräftemangel und Alterung der Bevölkerung sowie von einem massiven Leistungszuwachs aufgrund der deutlichen Steigerung der Anzahl zu versorgender Patientinnen und Patienten betroffen. Gender Mainstreaming eröffnet daher aufgrund des umfassenden Ansatzes die Chance, konkrete Handlungsmöglichkeiten für aktuelle Probleme und Zukunftsfragen der Häuser zu erarbeiten. Im ?Wirtschaftsunternehmen Krankenhaus? steht die optimale Versorgung der Patientinnen und Patienten im Zentrum. Die Umsetzung wird auch von ?nanzierungsrechtlichen Rahmenbedingungen bestimmt, die in den letzten Jahren zu Kostendruck und Personalabbau geführt haben. Die damit einhergehenden steigenden Belastungen für alle Beschäftigten führen zu Unzufriedenheit bis hin zum Ausstieg von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Die zum Teil für das ökonomische Überleben vieler Krankenhäuser unverzichtbare Notwendigkeit, Personal abzubauen, hat bisher verhindert, dass benachteiligende Strukturen stärker in den Blick kommen und abgebaut werden. Trotz der Anstrengungen, eine Balance zwischen ökonomischen Interessen und Notwendigkeiten, Wohl der Patientinnen und Patienten und den Bedürfnissen und Wünschen der Beschäftigten zu erreichen, ging die Schwerpunktsetzung Doppelte strategische Zielstellung ? Gleichstellungsziele: Beseitigung von bestehenden, direkten Benachteiligungen durch Herstellung des gleichen Zugangs und gleicher Ausgangsbedingungen für alle Personen, unabhängig vom biologischen Geschlecht (sex); ? Gleichwer tigkeitsziele: Beseitigung von indirekten mit Geschlechterrollen (gender) verbundenen Benachteiligungen durch gleichwer tige Anerkennung männlich und weiblich konnotierter Lebensmuster, Kompetenzen und Tätigkeiten. Es geht sowohl um Veränderungen auf der formellen Ebene, also Instrumente und Regelungen, die Verteilung von Ressourcen und die Festlegung von Strukturen und Abläufen (Gleichstellung) als auch um Veränderungen auf der informellen Ebene, wie Betriebsklima, Zusammenarbeit und Organisationskultur (Gleichwertigkeit). Ziel ist zum einen der Abbau direkter Benachteiligungen, die in hierarchischen Strukturen, ungerechter Aufgabenverteilung und Entscheidungsprozessen begründet sind und zum anderen der Abbau indirekter Benachteiligungen, die aus stereotypen Vorstellungen über Frauen und Männer und anderen Vorurteilen resultieren. 10 bisher eher zu Lasten der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Mit der Umsetzung von Gender Mainstreaming werden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und damit der ?Arbeitsort Krankenhaus? stärker ins Zentrum der Bemühungen gerückt. Dies trifft auf einen aktuellen Trend. Denn die Frage nach der Verwirklichung von Geschlechtergerechtigkeit und Familienfreundlichkeit wird sukzessive ein integraler Bestandteil der Strategie- und Zukunftsentwicklung der Krankenhäuser werden, wie Initiativen zum ?Familienfreundlichen Krankenhaus? von verschiedenen Interessenvertretungen zeigen. Von dieser Entwicklung pro?tieren nicht nur Ärztinnen und Ärzte, P?egekräfte sowie weitere Personalgruppen. Für Krankenhäuser bedeutet die Umsetzung von Gender Mainstreaming einen doppelten Gewinn: Zum einen werden mit der Durchsetzung von Geschlechtergerechtigkeit und Familienfreundlichkeit notwendige organisatorische und strukturelle Innovationen in der Personal- und Qualitätsentwicklung und anderen Bereichen vorangetrieben, zum anderen trägt sie zur Erhöhung der Zufriedenheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei. Wie Krankenhäuser dabei verfahren können, zeigt die Handreichung. Zuerst wird das Vorgehensmodell in seinen fünf Phasen vorgestellt und alternative Wege durch Varianten veranschaulicht. Anschließend werden die vielfältigen Umsetzungsmöglichkeiten in fünf Handlungsfeldern beschrieben und so die inhaltliche Seite von Gender Mainstreaming mit Praxisbeispielen bebildert. 12 Im Folgenden wird das prototypische Vorgehensmodell entlang der fünf Phasen beschrieben. Phase 1: Selbstverp?ichtung Phase 2: Analyse Phase 3: Aktionsplan Phase 4: Umsetzung Phase 5: Controlling Das Durchlaufen aller fünf Phasen ist für eine erfolgreiche Umsetzung unverzichtbar, die konkrete Ausgestaltung der einzelnen Phase kann jedoch variieren. Deshalb beinhal[...]

Diesem Dokument zugeordnet

Kategorie: Familie-Leben-Zeit (257), Gesundheit und Pflege (87), GL und GM (110)

Schlagworte: Arbeitszeit (61), Chancengleichheit (15), Familienfreundlichkeit (58), Gender Mainstreaming (21), Geschlechtergerechtigkeit (3), Krankenhaus (2), Medizin (1), Pflege (48), Sachsen (1), Unternehmenskultur (16), Vereinbarkeit Beruf und Familie (195), Verwaltung (2)

18 Kommentare

1. mkdeivrm

IAQydD <a href="http://ddbacvzkziyd.com/">ddbacvzkziyd</a>, [url=http://qkadkxpitnys.com/]qkadkxpitnys[/url], [link=http://bosoaldxljsd.com/]bosoaldxljsd[/link], http://rjoonaxugric.com/

23.02.2011

2. Bobbi

Great post with lots of imrpaotnt stuff.

06.11.2011

3. gdxaqu

HwHmrA <a href="http://bcxhmoqzalsm.com/">bcxhmoqzalsm</a>

06.11.2011

4. Kevrel

Last one to uiltize this is a rotten egg!

06.11.2011

5. sunzpwj

SluFHJ , [url=http://mparabehmram.com/]mparabehmram[/url], [link=http://gvdjjobeksoj.com/]gvdjjobeksoj[/link], http://vhzvhfpkxyel.com/

07.11.2011

6. yorojgra

Yumak4 , [url=http://whpfirvascvl.com/]whpfirvascvl[/url], [link=http://rlazcdhmyete.com/]rlazcdhmyete[/link], http://tjjnskismpvi.com/

07.11.2011

7. xycachq

78Kh5o <a href="http://gdqbqzxnhgeq.com/">gdqbqzxnhgeq</a>

09.11.2011

8. ecglld

VaFRcC , [url=http://nmdubbwksewf.com/]nmdubbwksewf[/url], [link=http://wtghgtpjjhta.com/]wtghgtpjjhta[/link], http://grnvhokdxoxj.com/

09.11.2011

9. sqzrnn

pcz0t5 , [url=http://ipzcnwywakvg.com/]ipzcnwywakvg[/url], [link=http://segycjfexzed.com/]segycjfexzed[/link], http://vunfcvrjlkfu.com/

09.11.2011

10. Infinity

I found myself nodding my ngoign all the way through.

17.12.2011

11. Milly

Do you have more great atrilces like this one?

17.12.2011

12. zwnjgsbfcaa

eyIl8r <a href="http://lkvtxlwobdoc.com/">lkvtxlwobdoc</a>

18.12.2011

13. mkwyzht

bvzNmv , [url=http://gvjgkllqozjv.com/]gvjgkllqozjv[/url], [link=http://hbrwbhbnmobo.com/]hbrwbhbnmobo[/link], http://pbvehpevvjhe.com/

18.12.2011

14. lqutxb

5bCqqQ , [url=http://yufwdjlbpzsy.com/]yufwdjlbpzsy[/url], [link=http://rtscwcundgbl.com/]rtscwcundgbl[/link], http://asqrmgqesvyu.com/

18.12.2011

15. mseznyekol

qafVGs <a href="http://qwywiyxwkvgo.com/">qwywiyxwkvgo</a>

20.12.2011

16. zzkqmokvtz

cWFwkL <a href="http://vrhxnomzmufr.com/">vrhxnomzmufr</a>

20.12.2011

17. imlelped

ctjPXw , [url=http://jkrukpvnrueq.com/]jkrukpvnrueq[/url], [link=http://xfehykzjvbvx.com/]xfehykzjvbvx[/link], http://hrsqipdotrfj.com/

20.12.2011

18. lamqmndtj

mEboym , [url=http://cgkwkzdkikyx.com/]cgkwkzdkikyx[/url], [link=http://oslegrrarzyx.com/]oslegrrarzyx[/link], http://zzbghxhwjnbv.com/

20.12.2011

Ihr Kommentar

Bitte geben Sie hier das Sicherungswort ein, das im Bild angezeigt wird. Dies dient der Spamvermeidung.


CAPTCHA Bild zum Spamschutz

Wenn Sie das Wort nicht lesen können, bitte hier klicken.