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Familie + Wirtschaft = Wachstum

Familie_und_Wirtschaft_01.pdf

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Datum: 08.05.2009
Format: pdf
Größe: 16.4 MB
Autor: KVL.MV

Sprache: DE
©:

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Beschreibung

Die Broschüre soll als Orientierungshilfe und Leitfaden dienen. An zwölf Praxisbeispielen von Unternehmen aus Mecklenburg-Vorpommern wird die erfolgreiche Umsetzung von familienfreundlichen Maßnahmen vorgestellt. Neben den positiven Unternehmensbeispielen sind wichtige Förderprogramme und Initiativen der Landesregierung sowie Ansprechpartner und Beratungsstellen ausgewiesen.

Auszug des Inhalts (unformatiert)

[...] Die meisten wollen sowohl im Beruf als auch in der Familie aktiv sein und beide Bereiche in einer guten Balance halten. Das Alleinverdienermodell entspricht damit immer weniger der Realität. Auch die Betreuung pflegebedürftiger Angehöriger stellt Politik und Wirtschaft vor Herausforderungen. Bereits jetzt pflegen 16 Prozent aller Frauen zwischen 40 und 54 Jahren sowie 8 Prozent aller Männer dieser Altersgruppe Angehörige. Diese Entwicklung wird sich zukünftig noch verschärfen, denn: ?Nicht alle haben Kinder, aber alle haben Eltern.?* Ökonomische Entwicklungen Die Wirtschaft wird immer schnelllebiger. Veränderungen der Tätigkeitsfelder und Betriebsstrukturen sind an der Tagesordnung. Beschäftigte stehen in der Verantwortung, sich diesem ständigen Wechsel zu stellen und damit umzugehen. Immer seltener sind Menschen ihr Leben lang bei einem Betrieb bzw. in einem Beruf tätig. Befristete Arbeitsverhältnisse sowie verschiedene Formen der Teilzeitarbeit sind häufig anzutreffen. Außerdem zeichnet sich ab, dass der Anteil der Frauen, die aktiv am Arbeitsleben teilnehmen, ansteigt. Darüber hinaus ist eine stärkere Zweiteilung des Arbeitsmarktes zu erkennen mit einem Überangebot an gering Qualifizierten und einem sich verschärfenden Mangel an Fachkräften. Lebensmitte als Nadelöhr Zwischen dem 30. und 45. Lebensjahr treffen heute viele Pflichten zusammen. Karriere, Kinder und Pflege der Eltern führen zu einer deutlichen Mehrbelastung in der Lebensmitte. Relativ starre Altersgrenzen und die betriebliche Fokussierung auf die erste Hälfte des Erwerbslebens erhöhen den Druck auf die jüngere Generation, in kurzer Zeit immer mehr bewältigen zu müssen. Es zeigt sich, dass berufliche Interessen zu Lasten der Privaten gehen. Deutlich wird dies in der geringen Geburtenrate und einem gestiegenen Erstgeburtsalter von durchschnittlich 30 Jahren. *Quelle: Nieja, E.: DIE ZEIT vom 24.09.2007 4 Die gegenwärtige Personalpolitik in vielen Unternehmen Die familienbewusste Personalpolitik zeichnet sich in der Praxis meist durch folgende Faktoren aus: Sie ist anlassorientiert. Die Lösung von Einzelfällen steht im Vordergrund. Sie ist selten in ein unternehmerisches Gesamtkonzept bzw. eine Strategie eingebunden. Maßnahmen stehen isoliert nebeneinander, umfassende Analysen werden kaum vorgenommen. Sie wendet sich vor allem an Frauen. Männer finden selten unterstützende Ansprechpersonen. Sie hat vorwiegend die Vereinbarkeit von Beruf und Kinderbetreuung im Blick. Die Pflege von Angehörigen wird bisher kaum berücksichtigt. Lebensphasenorientierte Personalpolitik Um Fachkräfte für das Unternehmen zu gewinnen und zu halten, vorhandene Potentiale zu nutzen und die Beschäftigungsfähigkeit der Mitarbeiter über das gesamte Berufsleben hinweg zu erhalten, empfiehlt es sich, neben den betrieblichen Notwendigkeiten auch die Interessen und Ziele der Mitarbeiter in Verbindung mit ihren Lebensphasen und ihrer individuellen Lebenssituation zu beachten. Eine lebensphasenorientierte Personalpolitik berücksichtigt die Veränderungen im Rollenverständnis, entspricht einer zeitgemäßen und modernen Familienpolitik, wird den betrieblichen Anforderungen gerecht und integriert den demografischen Wandel und die damit verbundenen Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt in die unternehmerischen Entscheidungen. Zur lebensphasenorientierten Unternehmens- und Personalpolitik gehören die Bereiche Unternehmenskultur, Führung, Arbeitsorganisation, Personalentwicklung und Services für Familien. Arbeitsmarktorientierte Maßnahmen Der Arbeitsmarkt für Fachkräfte wird sich in Zukunft wesentlich verändern. Flexible Arbeitszeitmodelle bzw. Lebensarbeitszeitmodelle werden unverzichtbar sein. Um dies zu unterstützen, wurde Ende 2008 das ?Gesetz zur Verbesserung der Rahmenbedingungen für die Absicherung flexibler Arbeitszeitregelungen und zur Änderung anderer Gesetze?* verabschiedet. Ein Schwerpunkt des Gesetzes ist das Ansparen von Zeit in Lebensarbeitszeitkonten, die zu einem späteren Zeitpunkt zur kurz-, mittel- oder längerfristigen Freistellung von der Arbeit in Anspruch genommen werden können. Somit kann eine lebensphasenorientierte Personalpolitik leichter umgesetzt werden. Neuer Schwerpunkt: Vereinbarkeit von Beruf und Pflege Vereinbarkeit von Berufs-, Privat- und Familienleben bedeutet nicht nur Kinderbetreuung, sondern schließt auch die Pflege von Angehörigen mit ein. Hier liegt ein wachsendes Handlungs- und Entwicklungsfeld: 1,44 Millionen pflegebedürftige Menschen werden derzeit in Privathaushalten gepflegt, zwei Drittel davon durch Angehörige. 73 Prozent der pflegenden Angehörigen sind Frauen und mehr als 40 Prozent von ihnen erwerbstätig. Die Mehrheit der pflegenden Angehörigen ist über 40 Jahre alt. *Quelle: www.bgblportal.de > Bundesgesetzblatt I, Nr. 64 vom 29.12.2008 (Dokument 2940) 5 Werden Pflegeleistungen von der Familie in der Häuslichkeit erbracht, stehen die pflegenden Angehörigen oft vor der Herausforderung, Berufstätigkeit mit der Pflegeaufgabe vereinbaren zu müssen. Dabei ist zu berücksichtigen, dass der Eintritt, die Dauer und die Entwicklung der Pflegebedürftigkeit von Angehörigen nur bedingt vorhersehbar und die psychischen Belastungen häufig erheblich sind. Zudem müssen starke Einschränkungen im Alltag in Kauf genommen werden. Die Vereinbarkeit von Beruf und Pflege ist nicht mit der Vereinbarkeit von Beruf und Kinderbetreuung vergleichbar. Ohne tragfähige Lösungen zur Vereinbarkeit von Beruf und Pflege laufen Unternehmen Gefahr, qualifizierte Mitarbeiter zu verlieren. Unternehmen, die ihren Beschäftigten Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Beruf und Pflege anbieten, erzielen Vorteile: Wenn Stressbelastungen durch eine Vereinbarkeit von Beruf und Pflege reduziert und sogar vermieden werden, bleiben Leistungsbereitschaft und -fähigkeit erhalten. Beratung und Information bei einem plötzlichen Beginn oder einer Veränderung der Pflegebedürftigkeit tragen dazu bei, dass die betroffenen Beschäftigten schnell tragfähige Lösungen finden und sich unbelasteter auf die Berufstätigkeit konzentrieren können. Qualifizierte Mitarbeiter bleiben im Unternehmen. Ihre Loyalität und Arbeitszufriedenheit steigen. Die betrieblichen Maßnahmen zur Unterstützung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie sind zum großen Teil auch auf die Vereinbarkeit von Beruf und Pflege übertragbar. Unter Berücksichtigung der spezifischen Bedingungen resultiert, dass die lebensphasenorientierte Personal- und Unternehmenspolitik auch hier ihre Gültigkeit hat. Mit einer besseren Vereinbarkeit von Berufs-, Privat- und Familienleben kann beispielsweise den Fachkräfteengpässen entgegengewirkt sowie eine steigende Nachfrage nach haushaltsnahen und familienorientierten Dienstleistungen generiert werden. Die Bundesländer plädieren für einen Paradigmenwechsel im politischen und wirtschaftlichen Handeln, insbesondere für die Verzahnung von Familien- und Wirtschaftspolitik sowie für das Zusammenwirken von Staat und Wirtschaft. Quelle: Die Ausführungen stützen sich vor allem auf die Papiere ?Familienbewusste Personalpolitik ? Zeichen einer modernen Unternehmensführung? der Wirtschaftsministerkonferenzen 2007 und 2008. Wirtschaftsministerkonferenz (Hg.): Familienbewusste Personalpolitik ? Zeichen einer modernen Unternehmensführung, Positionspapier, Eisenach 2007; Abschlussbericht, Weimar 2008 http://www.bundesrat.de/cln_090/nn_8796/DE/gremien-konf/fachministerkonf/wmk/wmk-termine.html Jugend- und Familienministerkonferenz (Hg.): Vereinbarkeit von Studium, Promotion, Beruf und Familie ? familiengerechte Hochschule, Berlin 2008 www.berlin.de/sen/jugend/jfmk-agjf/beschluesse.html 6 2. Vereinbarkeit von Erwerbs-, Privat- und Familienleben in Mecklenburg-Vorpommern Eine gute Vereinbarkeit verschiedener Lebensbereiche für alle Menschen in Mecklenburg-Vorpommern zu gestalten, ist erklärtes Ziel der Landesregierung und als solches im Koalitionsvertrag festgeschrieben. Darüber hinaus haben sich verschiedene gleichstellungspolitische Institutionen das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus das Ministerium für Soziales und Gesundheit die Parlamentarische Staatssekretärin für Frauen und Gleichstellung die Agenturen für Arbeit im Land die Wirtschaft, die Kammern und Verbände die Gewerkschaften die Hochschulen sowie der Landesfrauenrat MV e.V. als unabhängiges ?Fachgremium für Gleichstellung von Frauen und Männern am Arbeitsmarkt in Mecklenburg-Vorpommern? zusammengeschlossen. Im 2008 veröffentlichten ?Positionspapier zum Ha[...]

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Kategorie: Politik und Recht (61), Wirtschaft (253), Vereinbarkeit in Stadt und Land (198)

Schlagworte: Mecklenburg-Vorpommern (52), Personalpolitik (44), Standortpolitik (1), Unternehmen (93), Vereinbarkeit Beruf und Familie (195), Wirtschaft (46)

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