Das Lokale Bündnis für Familien auf Rügen hat im November 2010 zum zweiten Mal den Wettbewerb für familienfreundliche Unternehmen ausgeschrieben. Insgesamt 21 Firmen der Insel nahmen an diesem Wettbewerb teil. Eine Jury aus Vertretern der IHK, des DEHOGA Verbandes und des Bündnisses für Familien ermittelte nach Auswertung der Bewerbungsbögen und persönlichen Besuchen die Preisträger. Die Bewertung wurde in drei Kategorien, orientiert an der Anzahl der Beschäftigten eines Unternehmens, vorgenommen:
In der Kategorie Tourismus/Hotellerie/Gastronomie bis 25 MitarbeiterInnen wurde das Familienhotel "Villa Sano" in Baabe mit einem Pokal und einer Urkunde geehrt. Hotelchefin Yvette Neumann zeigte sich überaus erfreut über diese positive Nachricht: "Wir gehören zu den eher kleineren Hotels auf der Insel und das ist auch gut so. Unsere 20 Mitarbeiter (12 Frauen/8 Männer) können sich untereinander abstimmen und in Notfällen auch füreinander einspringen. Für mich ist es sehr wichtig, jeden einzelnen von ihnen als Individuum zu behandeln, aber natürlich machen wir auch viele tolle Sachen gemeinsam."
"In diesem Jahr haben sich deutlich mehr Unternehmen an dem Wettbewerb beteiligt als im Jahr 2009. Auffallend und gleichzeitig erfreulich war, dass Unternehmen aus verschiedenen Branchen teilgenommen haben. Das zeigt, dass familienbewusste Personalpolitik übergreifend in allen Branchen ein Thema ist.", so Christine Wenmakers vom Lokalen Bündnis für Familien auf Rügen.
In der Kategorie Tourismus/Hotellerie/Gastronomie ab 25 Beschäftigte wurde das Hotel Aquamaris Strandresidenz in Juliusruh ausgezeichnet. Es bietet seinen 86 Mitarbeitern individuelle Arbeitszeitregelungen, abgestimmt auf Kindergarten und Schule, Unterstützung (auch finanziell) bei der Kinderbetreuung sowie die Nutzung des Schwimmbades und des Freizeitcenters. Direktor Harald Dörschel betonte: "Es geht nicht nur um ein funktionierendes Geschäft, sondern um Mitarbeiter, die eine Familie haben."
In der Kategorie Dienstleistung/Handel bis 25 Mitarbeiter gewann die Werbeagentur ars publica Marting GmbH in Bergen. Bei den insgesamt 13 MitarbeiterInnen herrscht ein besonders familienfreundliches Klima, denn hier können die Mitarbeiterkinder ein und aus gehen, sie haben sogar einen eigenen "Kinder-Schreibtisch" mit vielen Mal- und Bastelmaterial im Büro. Natürlich gibt es auch den Zuschuss zur Kinderbetreuung, individuell abgestimmte Arbeitszeiten, Familienausflüge, Betriebsfeste usw.
Bereits zum zweiten Mal gewann die Sparkasse Rügen in dieser Kategorie, aber ab 25 MitarbeiterInnen, den Pokal als familienfreundlichstes Unternehmen. "Wir freuen uns sehr über diese Auszeichnung, zumal dies auch unsere letzte Mitarbeiterbefragung Ende 2009 wiederspiegelt.", so Herbert Ostermoor, Geschäftsführer. Hier konnte die Sparkasse einen sehr hohen Gesamtzufriedenheitswert erreichen. 89 % der Beschäftigten stimmten darin der Aussage "Ich kann mein Privat- und Familienleben mit meinem Beruf bei der Sparkasse sehr gut vereinbaren" zu. Es gibt für die 184 MitarbeiterInnen neben Weiterbildungsmaßnahmen, individuell abgestimmten Arbeitszeiten auch verschiedene Angebote zur Gesundheitsförderung, die aber auch von Familienangehörigen genutzt werden können.
Auch aus dem Bereich "Sozial-/Gesundheitswesen" haben sich mehrere Unternehmen der Insel beworben. Gewonnen hat dieses Mal der Verein Insel e.V. in Kransdorf bei Gustow. Der Verein hat ein vielfältiges Angebot für Menschen mit geistiger, psychischer und körperlicher Beeinträchtigung sowie deren Familien und Freunde. Holger Henze als Geschäftsführer beschreibt seine Personalpolitik so: "Für mich ist es wichtig, motivierte Mitarbeiter zu haben, die sich mit unserem Verein und dessen Philosophie identifizieren. Wir holen mit unseren familienfreundlichen Angeboten viele junge Fachkräfte auf die Insel, oft zieht auch deren ganze Familie hinterher." Für die derzeit 82 festangestellten Mitarbeiter gibt es individuelle Arbeitszeitregelungen, einen monatlichen Kinderbetreuungszuschuss und auch in den Schulferien können die Mitarbeiterkinder betreut werden. Derzeit plant der Verein gerade den Aufbau einer integrativen Tagespflege, die speziell auf die Bedürfnisse der Schichtmitarbeiter abgestimmt ist.
Für Christine Wenmakers, Sprecherin des Bündnisses hat dieser Wettbewerb gezeigt, dass das Thema familienfreundliche Personalpolitik nicht nur ein Modewort ist, sondern in qualifizierter Form schon bei vielen Unternehmen auf Rügen praktiziert wird: "Viele nutzen die Chance, mit familienbewussten Maßnahmen zu punkten und Fachkräfte zu werben und zu halten. Gemeinsam mit ihnen, aber auch mit unseren Bündnispartnern werden wir weiterhin familienbewusste Personalpolitik fördern."
Nähere Informationen zum Wettbewerb sind im Internet unter www.familienbuendnis-ruegen.de verfügbar.
Auch auf Rügen fand im Jahr 2009 zum ersten Mal der Wettbewerb zum "Familienfreundlichstes Unternehmen" statt. Unter dem Motto "Familie geht uns alle an!" startete das "Lokale Bündnis für Familien auf Rügen" die Suche nach familienbewussten Engagement und einer auf die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ausgerichtete Personalpolitik von Unternehmen zwischen Puttbus und Kap Arkona.
Groß war die Freude bei den insgesamt 13 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des F.X. Mayr Gesundheitszentrums im Ostseebad Baabe, als Christine Wenmakers vom Lokalen Bündnis für Familien auf Rügen am 13. August 2009 zum Gewinn des Wettbewerbs gratulierte. Das seit 2004 bestehende Gesundheitszentrum gewann in der Kategorie Tourismus/Hotellerie/Gastronomie. Alle Mitarbeitenden, die bei der Gründung dabei waren, sind heute noch ganzjährig dort beschäftigt.
"Die Zufriedenheit unserer Gäste hängt natürlich auch von der Zufriedenheit unserer Mitarbeiter ab. Die hohe Anzahl der Stammgäste beweist die Richtigkeit dieses familienfreundlichen Führungsgrundsatzes" so Hans-Jürgen Schomber, Geschäftsführer des Unternehmens.
In der Kategorie Handel/Dienstleistungen erhielt die Sparkasse Rügen mit seinen 175 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine Auszeichnung. Das Finanzdienstleistungsunternehmen besteht zu drei Viertel aus Frauen. Seit 1994 wird die "Variable Arbeitszeit" praktiziert. Aus Unternehmenssicht bieten sich zum einen bessere Steuerungsmöglichkeiten des Personaleinsatzes, zum anderen können Mitarbeitende mit Kindern die beruflichen Aktivitäten besser mit den relativ starren Öffnungszeiten der Kindereinrichtungen koordinieren und sich innerhalb der Familie abstimmen. Teilzeitarbeit aus familiären Gründen steht jedem offen. Meist wird davon von Frauen beim Wiedereinstieg in das Berufsleben nach der Elternzeit Gebrauch gemacht, aber auch die männlichen Angestellten nehmen zunehmend die Elternzeit in Anspruch, aktuell befinden sich fünf Mitarbeiter in Elternzeit.
In der Kategorie Handwerk/produzierendes Gewerbe wurde kein Unternehmen ausgezeichnet, da sich leider kein Unternehmen beworben hat.
Das Organisationskomitee des Wettbewerbs und die beteiligten Jurymitglieder einigten sich dennoch darauf, im nächsten Jahr den Wettbewerb erneut auszuschreiben und hoffen dann auf eine aktivere Beteiligung der Inselunternehmen.
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