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IMPULS MV 03: Warum Frauen Führung übernehmen sollten

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Datum: 28.09.2010
Format: pdf
Größe: 415 KB
Autor: IMPULS MV

Sprache: DE
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Beschreibung


Auszug des Inhalts (unformatiert)

[...] 80 % der Führungspositionen werden mit Wirtschafts-, Ingenieur- und Naturwissenschaftlern besetzt (Wippermann, 2010: 78). Im Bereich der 160 börsennotierten deutschen Unternehmen (DAX 30, M-DAX, S-DAX, TecDAX) hatten 2009 nur 16 mindestens 1 Frau im Vorstand. Folglich gab es in 144 Unternehmen keine einzige Vorstandsfrau. Der Frauenanteil betrug 3,0 % (2008 = 2,5 %). Zudem gilt: je höher das Börsensegment, desto geringer der Frauenanteil. In den Aufsichtsräten lag er bei 10,2 % (2008 = 9,3 %), wobei angemerkt werden muss, dass ? sofern die Arbeitnehmerseite vertreten ist ? der Frauenanteil deutlich höher ist (Wippermann, 2010: 78 f.). In den Aufsichtsräten der 30 DAX-Unternehmen gab es im Januar 2010 insgesamt 508 Mitglieder, davon waren 12,8 % (65) Frauen. 73,8 % (48) vertreten die Arbeitnehmerseite. Der Aufsichtsratsvorsitz wird nur in einem Unternehmen (Henkel KgaA) von einer Frau besetzt (0,3 %) (Wippermann, 2010: 78 ff.). Im europäischen Vergleich liegt Deutschland damit im Mittelfeld und mit 30,8 % Frauenanteil in Führungspositionen der Privatwirtschaft fast 2 Prozentpunkte unter dem Durchschnitt der Länder der europäischen Union. Spitzenreiter ist hier Frankreich mit 40,0 %, Schlusslicht Zypern mit 8,2 % (Wippermann, 2010: 76). IMPULS MV . 03 | 2010 . Neue Besen kehren gut ? Warum Frauen Führung übernehmen sollten . Seite 3 2.2 | Mecklenburg-Vorpommern Der Frauenanteil an Führungskräften beträgt in MecklenburgVorpommern in der ersten Führungsebene 30 % und in der zweiten Führungsebene 47 % (Ost: 30 bzw. 44 %. Gegenüber 2004 ist das ein Zuwachs von 2 bzw. 4 Prozentpunkten) (IAB-Betriebspanel MV, 2009: 73). Tendenziell kann festgestellt werden, dass Frauen vor allem in Kleinstbetrieben mit weniger als fünf Beschäftigten, in Großbetrieben mit mehr als 250 Beschäftigten, in Betrieben mit einem hohen Anteil hochqualifizierter Frauen und in ?frauentypischen? Branchen Chancen auf eine herausgehobene Führungsposition haben. Branchen, in denen Frauen auf der ersten Führungsebene überproportional vertreten sind, sind in Mecklenburg-Vorpommern Organisationen ohne Erwerbszweck (60 %), das Gesundheits- und Sozialwesen (54 %) sowie Erziehung/Unterricht (73 %). Am geringsten ist der Frauenanteil in den Branchen Bergbau/Energie/Wasser (5 %) und Baugewerbe (8 %) (IABBetriebspanel, 2009: 72). Der höchste Frauenanteil in der ersten Führungsebene findet sich in Mecklenburg-Vorpommern in Kleinstbetrieben mit bis zu 4 Beschäftigten. Er liegt hier bei 36 % (Ost: 32 %, West: 26 %). Am geringsten ist er bei Betrieben mit 5 bis 9 Beschäftigten (24 %, Ost: 30 %, West: 27 %) und steigt dann mit der Betriebsgröße auf 29 % in Betrieben mit 250 oder mehr Beschäftigten an (Ost: 22 %, West: 11 %) (IAB-Betriebspanel Ost, 2009: 73/IAB-Betriebspanel MV, 2009: 72). Mit diesen Werten unterscheidet sich Mecklenburg-Vorpommern sowohl von aktuellen ost-, wie gesamtdeutschen Tendenzen, wonach der Frauenanteil an herausgehobenen Führungspositionen mit steigender Betriebsgröße abnimmt. Eine gute Qualifikation erhöht die Chancen einer Frau auf eine Führungsposition ? allerdings vor allem dann, wenn viele hochqualifizierte Frauen im Betrieb tätig sind. Beträgt ihr Anteil über 50 %, bekleiden Frauen 43 % der Positionen in der ersten und 59 % der Positionen in der zweiten Führungsebene. Liegt die Hochqualifiziertenquote unter 25 %, finden sich nur 11 bzw. 17 % Frauen in den beiden oberen Führungsebenen. Eine mögliche Ursache ist die segregierte Berufswahl von Frauen und Männern bzw. die Unterrepräsentanz von Frauen im naturwissenschaftlich-technischen Bereich. Zudem muss davon ausgegangen werden, dass vor allem Frauen unterhalb ihres Qualifikationsniveaus beschäftigt sind (vgl. IAB-Betriebspanel MV, 2009: 74). Ob ein Betrieb sich in privatem oder öffentlichem Eigentum befindet, zeitigt Folgen für die Einbeziehung von Frauen in Führungsaufgaben. Frauen bekleiden in Betrieben des öffentlichen Sektors in Mecklenburg-Vorpommern wesentlich häufiger eine Führungsposition als in der Privatwirtschaft (erste Führungsebene: 46 gegenüber 29 %). Entgegen dem bundesweiten Trend ist aber ihr Anteil in der zweiten Führungsebene bei öffentlichem Eigentum (41 Erste Führungsebene: Top-Management Zweite Führungsebene: Mittleres Management IMPULS MV . 03 | 2010 . Neue Besen kehren gut ? Warum Frauen Führung übernehmen sollten . Seite 4 %) um 7 % geringer als bei Privatbetrieben (48 %) (IAB-Betriebspanel MV, 2009: 104). Formale Vereinbarungen zur Förderung der Chancengleichheit gibt es in Mecklenburg-Vorpommern in insgesamt 4 % aller Betriebe (Ost: 3 %, West: 6 %), darunter in 2 % der Privatbetriebe und in 19 % der Betriebe in öffentlichem Eigentum. Bei letzteren gehen 6 % der Initiativen auf tarifliche Vereinbarungen zurück. Eine Untersuchung nach Branchen ergab, dass Vereinbarungen zur Gleichstellung insbesondere in der öffentlichen Verwaltung (38 % der Betriebe) und im Kredit- und Versicherungsgewerbe (16 % der Betriebe) existieren. In allen anderen Branchen liegt die Quote der Betriebe, die sich formal verbindlich für mehr Chancengleichheit engagieren, bei 3 % oder darunter. Im Bereich Land- und Forstwirtschaft gibt es überhaupt keine derartigen Vereinbarungen. Die Betriebsgröße ist bislang ein entscheidendes Kriterium dafür, ob weiblicher Nachwuchs und Karrieren von Frauen gezielt gefördert bzw. Stellen bevorzugt mit Frauen besetzt werden: Nur ein Prozent der Betriebe mit weniger als 5 Mitarbeitenden, 16 % der Betriebe mit 50 bis 249 Mitarbeitenden, aber 37 % der Betriebe mit 250 oder mehr Mitarbeitenden setzen sich verbindlich für die Chancengleichheit von Frauen und Männern im Beruf ein. Der hohe Anteil der Großbetriebe mag der Grund für die vergleic[...]

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Kategorie: Wirtschaft (253), GL und GM (110)

Schlagworte: Arbeitszeit (61), Frauen (54), Führungspositionen (6), gläserene Decke (1), IMPULS (4), Mecklenburg-Vorpommern (52)

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