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Vereinbarkeit von Beruf und Familie - Deutschland im europ. Vergleich

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Datum: 06.03.2006
Format: pdf
Größe: 309 KB
Autor: fast4ward

Sprache: DE
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Beschreibung

Wie Frauen und Männer in anderen europäischen Ländern Beruf und Familie vereinbaren und welche zentralen Vorgaben und Rahmenbedingungen von der Politik gesetzt werden, sind Fragen, die im Mittelpunkt des vorliegenden Reports stehen. Entsprechende Recherchen wurden im Rahmen des Projektes "fast 4ward" durchgeführt. Analysiert und gegenübergestellt wurden Gesetze und Regelungen anderer europäischer Länder, die zum einen eine höhere Geburtenrate als Deutschland aufweisen und zum anderen bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie als vorbildlich gelten.

Auszug des Inhalts (unformatiert)

[...] 86 Prozent der Frauen mit Kindern zwischen drei und sechs Jahren sind berufstätig. In Deutschland lässt sich der Einfluss von Familiengründung am Erwerbsverhalten von Frauen ablesen7. Sind Kinder zu betreuen, schränken insbesondere westdeutsche Frauen 3 4 5 6 OECD Employment Outlook 2002 Amt für Veröffentlichungen der Europäischen Gemeinschaften: Beschäftigung und Arbeitszeit in Europa OECD Employment Outlook 2002 OECD Employment Outlook 2001 © »fast 4ward 2004 4 ihre Erwerbstätigkeit stark ein. So betrug die Teilzeitquote in Westdeutschland 39 Prozent (Ostdeutschland 19 Prozent) und die der vollzeitbeschäftigten Mütter 20 Prozent (Ostdeutschland 50 Prozent). Erst mit Erreichen des 40. Lebensjahres, also nach Ende der aktiven Familienphase, steigen Frauen wieder verstärkt in das Erwerbsleben ein. Die aktive Erwerbsbeteiligung von Müttern8 in Deutschland ? ob als Teilzeit- oder Vollzeittätigkeit ausgeübt ? variiert deutlich mit der Kinderzahl. Je mehr Kinder zu betreuen sind, desto seltener sind Mütter aktiv erwerbstätig. Spätestens mit dem dritten Kind im Haushalt gibt ein beträchtlicher Teil der Mütter den Beruf (zumindest vorübergehend) auf. Ist das jüngste minderjährige Kind im Haushalt im Krippenalter (jünger als drei Jahre), so war im April 2002 nur ein Drittel (32 Prozent) der Mütter aktiv erwerbstätig. Gleichzeitig lag der Anteil vorübergehend beurlaubter Mütter ? z. B. wegen Elternzeit ? bei 18 Prozent. Erreichen die Kinder das Kindergartenalter (zwischen drei und sechs Jahren), so entscheiden sich besonders viele Mütter für eine Teilzeittätigkeit. Im April 2002 waren es 41 Prozent. Bei Müttern mit Kindern im Grundschulalter (sechs bis zehn Jahre) lag die Teilzeitquote noch einmal um 5 Prozentpunkte höher, also bei 46 Prozent. Für Mütter mit älteren Kindern ging die Teilzeitquote wieder zurück. Für die Altersklassen der 10 bis 15-jährigen Kinder lag sie im April 2002 bei 42 Prozent und bei den 15 bis 18-Jährigen bei 36 Prozent. Bildungsabschlusse und Erwerbstätigkeit Land Anteil Frauen mit Studienabschluss (Fachhochschulen und Hochschulen)9 Erwerbstätigkeit von Müttern in Paarhaus10 halten FH/Hochschule Weiterführender Schuloder Berufsabschluss 70,2 % Elementare Schulbildung Belgien 50 % erwerben einen 1. Abschluss 53 % erwerben einen weiteren Abschluss 84,7 % 42,6 % Dänemark Deutschland Frankreich Keine Angabe 45 % erwerben einen Abschluss 56 % erwerben einen 1. Abschluss 56 % erwerben einen weiteren Abschluss k.A. 62,4 % 72,2 % k.A. 50,1 % 54,9 % k.A. 28,7 % 29,0 % Niederlande 54 % erwerben einen 1. Abschluss 66 % erwerben einen weiteren Abschluss 71,0 % 62,8 % 40,8 % Norwegen 60 % erwerben einen 1. Abschluss 60 % erwerben einen weiteren Abschluss 82,6 % 69,8 % 45,7 % Schweden 60% erwerben einen 1. Abschluss 93% erwerben einen weiteren Abschluss k.A. k.A. k.A. Tabelle 2: Bildungsabschlüsse von Frauen und ihre Erwerbstätigkeit Tendenziell ist festzustellen, dass das Bildungsniveau von Frauen in allen analysierten Ländern Europas recht hoch ist. Dabei ist zu beobachten, dass Mütter mit Fachhochschul- bzw. 7 8 9 10 Destatis: Mikrozensus 2002: Leben und Arbeiten in Deutschland, Statistisches Bundesamt 2003 Destatis: Mikrozensus 2002: Leben und Arbeiten in Deutschland, Statistisches Bundesamt 2003 OECD Bericht: Bildung auf einen Blick, August 2002 OECD Employment Outlook 2001 © »fast 4ward 2004 5 Hochschulabschluss im direkten Vergleich zu Müttern mit weiterführendem Schul- oder Berufsabschluss sowie mit elementarer Schulbildung eher berufstätig sind. Je höher der Bildungsabschluss, desto größer ist die Bereitschaft, weiter am aktiven Erwerbsleben teilzunehmen. Spitzenreiter in dieser Statistik sind die Länder Schweden und Norwegen. In diesen Ländern verfügen 60 Prozent der Frauen über einen Studienabschluss. Zugleich sind in Norwegen rund 83 Prozent der Mütter mit einen Fachhochschul- bzw. Hochschulabschluss erwerbstätig. In Belgien verfügen zwar nur 50 Prozent der Frauen über einen Studienabschluss, aber 85 Prozent dieser Mütter gehen einer Erwerbstätigkeit nach. Im Vergleich dazu hat Deutschland nicht nur die niedrigste Quote bei Akademikerinnen (45 Prozent), auch nehmen nur knapp 62 Prozent als Mütter weiter am Erwerbsleben teil. Im Kontrast dazu bleiben von den heute bis zu 39 Jahre alten Akademikerinnen 41 Prozent kinderlos. Durchschnittliches Alter der Mutter beim ersten Kind in Bezug zur Kinderzahl Land Belgien Dänemark Deutschland Frankreich Niederlande Norwegen Schweden Alter der Mutter beim ersten Kind 11 (Durchschnitt) 28,2 Jahre 25 ? 34 Jahre 28,1 Jahre 29,2 Jahre 28,7 27,7 27,9 13 Durchschnittliche Kinderzahl 1,61 1,76 1,29 1,89 1,72 1,75 1,60 12 Tabelle 3: Durchschnittliches Alter der Mutter beim ersten Kind In allen analysierten europäischen Ländern werden Frauen gegenwärtig später Mutter als noch vor 25 Jahren. Diese Entwicklung beruht vor allem auf einer gezielten Planung der Schwangerschaften, längeren Ausbildungszeiten und Schwierigkeiten bei der Jobsuche. Auch der Wunsch, zuerst im Beruf eine gefestigte Position zu erreichen, ist einer der Gründe für ?späte? Schwangerschaften. Obwohl deutsche Frauen im statistischen Mittel ein Jahr früher als Französinnen Mutter werden, bekommen sie lediglich 1,29 Kinder (Stand 2003).14 Seit 1960 ist die Geburtenrate um 44 Prozent gesunken. Im europäischen Vergleich werden nur in Italien, Spanien und Griechenland weniger Kinder geboren. Auffallend ist jedoch, dass die durchschnittliche Kinderzahl in den Ländern am höchsten ist, in denen eine Vereinbarkeit von Beruf und Familie erzielt wird. Als beispielhaft gilt die französische Familienpolitik ? insbesondere bezüglich der praktizierten Vereinbarkeit beider Le11 12 13 14 Council of Europe, 2000 OECD Studie, 2000 Königlich Dänisches Ministerium des Äußeren, Stand Januar 2002 http://www.bmfsfj.de/Kategorien/reden,did=17366.html, Rede Renate Schmidt, 18.03.04 © »fast 4ward 2004 6 bensräume. So verfügt dieses Land über die höchste Geburtenrate innerhalb der EU. ?Jedes neue Kind ist nicht nur ein persönlicher Glücksfall, sondern auch ein wirtschaftlicher Gewinn und ein Wachstumsanstoß für das ganze Land?, erklärt Familienminister Christian Jakob. Frankreich praktiziert die Familienförderung seit langer Zeit unter dem Aspekt der Gesellschafts- und Beschäftigungspolitik. Seit 1995 gibt es einen kontinuierlichen Anstieg der Geburtenrate auf derzeit rund 1,9 ? im europäischen Vergleich befindet sich Frankreich damit im Bereich der Spitzenreiter. Das Alter der Mutter bei der Geburt des ersten Kindes scheint somit nicht in Zusammenhang zur Kinderzahl zu stehen. Gesetzliche Regelungen zu Mutterschutz und Elternzeit Land Belgien Dänemark Deutschland Frankreich Mutterschutz (Wochen) 7 (9) + 8 = 15 (17) 4 + 14 = 28 6 (8) + 8 (10)= 14 (18) 6 + 10 = 16 ab dem 3. Kind: 26 17 Elternzeitregelung ? 15 Regelungen nur für Väter 10 Tage bezahlt 2 Wochen bezahlt 2 Tage bezahlt 11 Tage in den ersten vier Monaten 2 Tage bezahlt 4 Wochen bezahlt 10 Tage 60 Tage bezahlt Recht auf 16 Teilzeit nein ja ja ja Mütter/Väter: 10 Wochen Mütter: 26 + 26 Wochen Mütter/Väter: 3 Jahre in den ersten acht Jahren Mütter/Väter: 1 Jahr, max. zwei mal um je ein weiteres Jahr verlängerbar Mütter/Väter: in den ersten 8 Jahren Abhängig von der wöchentlichen 18 Arbeitszeit Mütter: 48/38 Wochen Weitere 2 Jahre unbezahlter Urlaub möglich 480 Tage insgesamt Mütter: 60 Tage Mütter/Väter: 390 Tage 19 Niederlande 16 Wochen: 4 /6 + 10/12 ja Norwegen 3+6=9 ja Schweden Kein Mutterschutz k.A. Tabelle 4: Gesetzliche Regelungen zu Mutterschutz und Elternzeit Spezielle Mutterschutzfristen gelten in fast allen analysierten Ländern, eine Ausnahme bildet lediglich Schweden. Fast alle Schwedinnen arbeiten bis zur Geburt des Kindes. Mutterschutzzeiten vor der Geburt, wie in anderen europäischen Ländern, gibt es in Schweden nicht. Werdende Mütter, die ihrer Arbeit in der letzten Schwangerschaftsphase nicht mehr nachgehen können, erhalten Schwangerschaftsgeld »havandeskapspenning«. Nach der Geburt eines Kindes umfasst der bezahlte Elternurlaub (Elternzeit) in Schweden insgesamt 480 Tage, von denen 390 Tage unter den Eltern aufgeteilt werden können. 60 dieser 390 Tage sind der Mutter vorbehalten, weitere 60 allein dem Vater. Diese, an den jeweiligen Elternteil gebundenen Tage, sind nicht übertragbar. 15 16 17 18 Elternzeit/Elternzeitähnliche Regelung während der Elternzeit [...]

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Kategorie: GL und GM (110), Familienpolitik (206), Vereinbarkeit in Stadt und Land (198)

Schlagworte: Europa (33), Familienpolitik (65), Gleichstellung (69), Kinderbetreuung (75), Vereinbarkeit Beruf und Familie (195)

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